Am Montag war es endlich soweit: Mein erster Arbeitstag!
Da ich vorher nochmal zum Occupational Health Department musste, machte ich mich schon um 7 Uhr auf den Weg. Die Straßen waren zu dieser Zeit fast leer, denn am Montag war ein regionaler Feiertag, der nur in Boston gefeiert wird, nämlich der Patriots Day. Und an diesem Tag können sich dann die verschiedenen Institutionen aussuchen, ob sie einen Feiertag daraus machen oder nicht.. Die einzigen die unterwegs waren, waren unglaublich viele gelbe Schulbusse, aber nicht für Schüler, sondern um Marathon-Läufer zum Start zu bringen, denn am Patriots Day findet traditionell der Boston Marathon statt. Bei Temperaturen von 28 °C wurde im Vorfeld immer wieder eindringlich dazu aufgefordert, bloß genügend zu trinken mitzubringen, auch wenn man nur Zuschauer sein wollte.
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| Am Patriots Day transportieren die Schulbusse nur Marathon-Läufer. |
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| Mit der Green Line geht es von Government Center zur Longwood Medical Area. |
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| Hier ist die Bahn dann auch auf Straßen-Niveau. |
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| In der Longwood Area befinden sich (fast) alle Einrichtungen der Harvard Medical School. |
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| So auch das Dana-Farber Cancer Institute |
Nach dem Termin beim Hochschularzt hatte ich von 8.30 Uhr bis 15 Uhr "Orientation". Da lernt man ALLES, was man wissen muss: Von wo welcher Shuttle aus fährt; was die grundsätzlichen Werte des Dana-Farber/Harvard Cancer Centers sind; wie man sich seine e-mail-Adresse einrichtet; wie man sich die Hände nach jedem Toiletten-Gang desinfizieren sollte; an wievielen klinischen Studien das Dana-Farber teilnimmt; dass man im Aufzug keine Handschuhe tragen darf; dass unsere Patienten Krebs-Patienten sind und wenn sie hinfallen innere Blutungen haben können; dass man Müll trennen soll; wo man seinen Gehaltscheck einsehen kann; wo man sich melden kann, wenn man schwul oder lesbisch ist und dass "diversity" gut ist; wie man mit Bestechung umgehen soll; wie das DFCI strukturiert ist; wo man die Cafeteria-Pläne bekommt (die Cafeteria heißt hier "Dining Pavillion"..); welche Zusatzqualifikationskurse umsonst angeboten werden; an wen man sich wenden soll, wenn man verklagt wird; und, und, und.. Man sieht also: Ein buntes Programm von sehr nützlichen bis eher nicht brauchbaren Hinweisen :-)
Außerdem lief noch ein Film über das Dana-Farber und wir haben einen Brief an uns selber geschrieben, den wir erst in 90 Tagen öffnen sollen und der zum einen beschreibt, was das Dana-Farber uns geben kann und zum anderen, was wir dem Dana-Farber zurück geben wollen. An der Orientation nehmen übrigens alle Neu-Ankömmlinge teil: vom Arzt über die Schwestern, die Reinungskräfte, die Verwaltungsleute bis hin zu den Forschern. Insgesamt zwar ein sehr langer aber wirklich ganz interessanter Tag.
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| Hier findet die Orientation statt. |
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| Es wird sehr darauf geachtet, dass sich die Angestellten wohl fühlen. |
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| Man beachte die Motivations-Schilder |
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| Die grundsätzlichen Werte nach denen Dana-Farber-Mitarbeiter handeln sollen. |
Nach der Orientation gehe ich dann endlich in mein Institut. Dieses ist nicht im eigentlichen Krankenhaus untergebracht, sondern in einem Forschungsgebäude um die Ecke. Die einzelnen Etagen können hier nur mit Sonder-Kodierung auf der ID-Karte betreten werden, damit es nicht zu Spionage kommt. Ich habe meine ID-Karte auch schon erhalten (man muss sie immer um den Hals tragen), aber sie ist leider noch nicht kodiert, so dass ich jetzt jedesmal den Visitor-Sicherheitscheck durchlebe. ;-)
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| Die zweite Etage des Forschungsgebäudes |
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| Diesen Laborteil teile ich mir mit einer Chinesin, Annan (hinten im Bild) |
Ich habe eine ganze Workbench mit daneben gelegenem Schreibtisch-Cubicle für mich. Den Montag und den Dienstagvormittag verbringe ich mit Aufräumen, Ausmisten und Putzen zusammen mit der MTA, da mein Vorgänger eher ein Schlachtfeld hinterlassen hat. Wir sind 7 Leute in unserer Arbeitsgruppe (ohne die Studenten): Alec, der Gruppenleiter (ein Ami), zwei Chinesinnen, ein Koreaner, ein Vietnamese, ein weiterer Amerikaner und eine Deutsche ;-)
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| Meine Workbench |
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| Mein Cubicle |
Im Augenblick mache ich in erster Linie Literatur-Recherche, um mich voll und ganz in mein Projekt zu stürzen. Ich muss zwar 10000 Paper lesen, aber es macht richtig Spaß!!
Zum Mittagessen gehen wir nicht mit der ganzen Gruppe, sondern jeder für sich. Ich habe mich daraufhin zum Beispiel gestern dann mit Rebekka, die eigentlich aus der Pathologie in Aachen ist und auch gerade hier forscht, getroffen. Die Sandwiches in der Sonne auf der Wiese haben super geschmeckt :-)
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| Rebekka |
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| Man muss das fantastische Wetter nutzen! |
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