Sonntag, 5. August 2012

Besuch aus Aachen, Danielas Abschiedsfeier und Lab Warming

Vom 2. bis 6. Juni findet der American Transplant Congress in Boston statt. Daher kommt auch Besuch aus Aachen, zunächst Jochen, der Biotechnologe unserer Klinik und ein wenig später auch mein Chef. Jochen hole ich auch am Flughafen ab und zeige ihm direkt mal, was Boston so zu bieten hat.. Jetlag hin oder her, man kommt schließlich nicht zum Schlafen nach Boston  ;-)


Und wieder stehe ich am Logan Airport und warte..

Jochen hält sich wacker..

ICH bin fast müder ;-)
Der Kongress findet in den folgenden Tagen im Hynes Convention Center statt.
An einem der Abende sind wir zum Lobster-Essen in das Chart House direkt am Hafen eingeladen. Es gibt zwar eine Flutwarnung, aber die kommt hier an der Atlantik-Küste häufiger mal vor, deswegen denken wir uns nichts dabei.. Wir geniessen also das Essen von der zweiten Etage mit tollem Blick auf den Hafen.. Tja.. bis dann gegen Ende des Abends der Restaurantbesitzer zu uns kommt und uns eröffnet, dass wir leider das Restaurant nicht verlassen können, da das Erdgeschoss  komplett geflutet ist. Dies ist auch im Chart House noch nie vorgekommen.. Man kann nur zu den Toiletten gelangen, wenn man bereit ist, durch kniehohes Wasser zu waten (zum Glück habe ich einen Rock und Sandalen an, da geht das einfach :-) Auch Bier wollen sie uns zunächst nicht mehr geben, weil die Zapfanlagen alle im Erdgeschoss sind.. Ein freundliches Gespräch mit dem Kellner führt aber zumindest nach einigem Hin- und Her dazu, dass vor jedem von uns eine Flasche Sam Adams (das hier in Boston gebraute Bier) steht. Nach einiger Zeit lässt die Flut nach und wir werden aus dem Restaurant evakuiert, indem die Barhocker in einer Reihe von der Treppe nach draußen aufgestellt werden und wir, darüber balanzierend, ins Freie gelangen..
Ich tue halt ALLES um meine beiden Gäste aus Aachen zu entertainen ;-) Allerdings vergesse ich in dem Stress leider ganz, Fotos zu machen..

An einem anderen Abend mache ich dafür mit Jochen schöne Bilder von Boston

Mein Chef und Jochen besichtigen auch meine neue Arbeitsstelle..

...ich hoffe nicht nur zur Kontrolle, ob ich auch wirklich arbeite..

Am Wochenende findet die Abschiedsfeier von Daniela statt, die wieder zurück nach Aachen in die Gastroenterologie geht. Marie, eine weitere Gastroenterologin aus Aachen, die zur Zeit in New York arbeitet, kommt auch zur Party und übernachtet dann bei mir.

Marie und Gerti

Die Gastgeberin Daniela...

... sollte die Geschichte dieses Nachtisches am besten selber erzählen, ich will lieber schweigen ;-)

Eine gemütliche Runde

Daniela und ihr Mann Thomas

Rebekka und Rafael

Uniklinikum Aachen @ Boston: Rebekka aus der Pathologie, Gerti aus der Unfallchirurgie, Daniela aus der Gastroenterologie, Marie aus der Gastroenterologie, Anjali aus der Chirurgie und Rafael aus der Nephrologie

Am nächsten Morgen brunchen wir Aachener noch gemeinsam und ich schlendere mit Marie ein wenig durch Boston, bevor sie ihren Bus zurück nach New York nimmt.

Brunch im Masa in der Tremont Street

Sehr leckere Eggs Benedict

Beim Spaziergang durch Boston sehen wir Schauspieler, die Szenen aus der amerikanische Revolution nachspielen


Wir befinden uns im historischen Stadtteil von Boston, direkt vor der Faneuil Hall. Die Statue zeigt Sam Adams, einen der führenden Revolutionäre, nach dem auch das Bier benannt ist. Die Kneipe, die direkt gegenüber der Friedhofes steht, auf dem er beerdigt ist, wirbt mit "Drink a cold Sam Adams face to face with the cold Sam Adams"

Am nächsten Freitag, den 8. Juni findet ein Lab Warming statt, bei dem sich die verschiedenen in den Harvard Institutes of Medicine befindlichen Labs des Dana-Farber Cancer Institutes kennen lernen sollen. Das ist echt klasse, den man kann viele neue, nette Bekanntschaften mit Postdocs und Research Fellows aus den anderen Labs machen.

Jedes Lab steuert etwas bei, deswegen gibt es Pizza, Salate, Sushi, Fingerfood, Pudding, etc..

Endlich kommt man auch ins Gespräch mit den Leuten, die man sonst nur über den Flur laufen sieht.

Aus meinem Lab sind da: Xiaoxu, Joe und Papia sowie...

...Anjali, Annan und Kheng.

Esra, Grit und Travis aus dem Wong-Lab


Zwei der Lab-Leiter, Janne und Wong

Der harte Kern, der bis zum Schluss bleibt, besteht nur noch aus Postdocs und Research Fellows.

Samstag, 28. Juli 2012

Revere Beach, Marblehead, Segeln und ein Arbeitsunfall

Memorial Day ist den USA was uns Allerheiligen ist. Man hat einen Feiertag und gedenkt der Verstorbenen. Allerdings liegt dieser Tag in den USA immer auf einem Montag, so dass man immer ein verlängertes Wochenende hat. Am Samstag arbeiten Gerti und ich beide am Vormittag und belohnen uns dann mit einem Ausflug zum Hausstrand nach Revere.

Fehlt nur noch David Hasselhoff...
Der Revere Beach im Nordosten Bostons
Chillen am Strand
Irgendwie haben die Strandmobile der State Police was von Playmobil Autos..

.. und die Uniformen verstärken diesen Eindruck weiter..
Ich belohne mich danach weiter mit einer Shoppingtour durch die Cambridge Side Galleria, einem Shoppingmall in Cambridge, also auf der anderen Seite des Charles Rivers.

Die Cambridge Side Galleria von innen

Am Sonntag mache ich mit meinem Onkel, meiner Tante und meiner Großmutter einen Ausflug zum Boston Yacht Club nach Marblehead, da mein Onkel dort Mitglied ist. Marblehead ist eine Landzunge, die in den Atlantik ragt und ca. eine Stunde nördlich von Boston gelegen ist. Wir verbringen ein paar schöne Stunden zusammen und werden auch von einem Motorbootfahrer ein Stück aufs Wasser mitgenommen.


Roadtrip nach Marblehead
An der Atlantikküste geht es entlang nach Norden...
...bis nach Marblehead.

Es ist ein kleines, verschlafenes Städtchen.
Selbst an einem Sonntag wird es nicht sonderlich vom Tourismus gestört.
Der Boston Yacht Club

Selbstverständlich ist neben der Yacht Club Fahne auch die amerikanische gehisst.

Der Hafen

Mein Onkel und ich am Dock

Das Yacht Club Gebäude vom Wasser aus

Ein toller Tag
Unser Boot

Auf dem Wasser

Wir verlassen Marblehead...

Nachher chillen wir noch ein wenig und genießen den phantastischen Ausblick bevor es wieder nach Boston geht.

In der Ferne ist Boston zu erkennen..


Der Rückweg führt durch die amerikanische Suburbia..
DAS kann ich nur bestätigen!!!!!! :-)

Fast wieder zurück in Boston..
Am Montag, den 28. Mai ist dann der eigentliche Memorial Day und zu Ehren der Verstorben wird (selbstverständlich) alles mit dem Star-spangled Banner geschmückt.

Brookline's Straßen

Brookline's Straßen II

Auch die Harvard Medical School hat zusätzliche Fahnen gehisst.
Ich treffe mich am Nachmittag mit Annan, der chinesischen Postdoc aus meinem Lab, da wir uns beim Segeln angemeldet haben und nun gemeinsam den Unterricht besuchen und Segeln lernen. Dies machen wir übrigens auf dem Charles River, mitten in der Stadt mit einem unglaublichen Blick auf die Skyline.. Unglaublich entspannend und schön.. 

Das Charles River Basin

Das ist eines der größeren Boote, wir lernen aber mit den Mercury Booten, welche im Hintergrund zu sehen sind.

Das Dock unseres Segelvereins

Community Boating lebt von den Spenden der wohlhabenderen Mitglieder. Damit werden auch die Mitgliedbeiträge andere Mitglieder bezahlt, damit wirklich jeder, der Segeln möchte, dazu die Gelegenheit hat.

Das sind die Mercurys

Man muss immer genau auf die Anweisungen aus dem Dock House achten..

Man kann bei uns auch Surfen lernen

 Der Segelunterricht...

... findet sowohl zu Wasser als auch zu Lande statt und besteht aus theoretischen Stunden und Praxis.
Am Dock mit der Skyline im Hintergrund

Annan vor der Longfellow-Bridge

Zum Sonnenuntergang müssen alle Boote wieder angedockt sein.

Sonnenuntergang über dem Charles River Basin. Der Fluss wird hier vor seiner Mündung in den Atlantik gestaut.

Leider habe ich mittlerweile auch schon als Patient Bekanntschaft mit amerikanischen Krankenhäusern machen können: Bei der Arbeit mit Trizol, einer Substanz, die Zellen lysiert und RNAsen inaktiviert, spritzt ein Tropfen aus dem Gefäß in mein Auge. Da Trizol schwere Verätzungen verursachen kann, werde ich vom Hochschularzt direkt in die Massachusetts Eye and Ear Infirmary gebracht. Zum Glück haben wir mein Auge schon im Lab lange und gründlich gewaschen. Mein Auge hat an einer Stelle eine kleine Korrosion, ich muss alle 2 Stunden mehrere Salben und Tropfen in mein Auge geben und eine Woche später zur Nachkontrolle kommen.. Zum Glück ist alles vollständig verheilt..

Bei der Anmeldung bekommen auch die ambulanten Patienten direkt ein Armband mit den wichtigsten Daten.

Alle Patienten werden zunächst von einer Krankenschwester triagiert.


Beim Augenarzt...

Das Safety Sheet von Trizol..

Das Krankenhaus bietet Valet Parking für die Patienten an. Eigentlich eine Super-Idee, auch für das Klinikum.. :-)