Samstag, 28. Juli 2012

Revere Beach, Marblehead, Segeln und ein Arbeitsunfall

Memorial Day ist den USA was uns Allerheiligen ist. Man hat einen Feiertag und gedenkt der Verstorbenen. Allerdings liegt dieser Tag in den USA immer auf einem Montag, so dass man immer ein verlängertes Wochenende hat. Am Samstag arbeiten Gerti und ich beide am Vormittag und belohnen uns dann mit einem Ausflug zum Hausstrand nach Revere.

Fehlt nur noch David Hasselhoff...
Der Revere Beach im Nordosten Bostons
Chillen am Strand
Irgendwie haben die Strandmobile der State Police was von Playmobil Autos..

.. und die Uniformen verstärken diesen Eindruck weiter..
Ich belohne mich danach weiter mit einer Shoppingtour durch die Cambridge Side Galleria, einem Shoppingmall in Cambridge, also auf der anderen Seite des Charles Rivers.

Die Cambridge Side Galleria von innen

Am Sonntag mache ich mit meinem Onkel, meiner Tante und meiner Großmutter einen Ausflug zum Boston Yacht Club nach Marblehead, da mein Onkel dort Mitglied ist. Marblehead ist eine Landzunge, die in den Atlantik ragt und ca. eine Stunde nördlich von Boston gelegen ist. Wir verbringen ein paar schöne Stunden zusammen und werden auch von einem Motorbootfahrer ein Stück aufs Wasser mitgenommen.


Roadtrip nach Marblehead
An der Atlantikküste geht es entlang nach Norden...
...bis nach Marblehead.

Es ist ein kleines, verschlafenes Städtchen.
Selbst an einem Sonntag wird es nicht sonderlich vom Tourismus gestört.
Der Boston Yacht Club

Selbstverständlich ist neben der Yacht Club Fahne auch die amerikanische gehisst.

Der Hafen

Mein Onkel und ich am Dock

Das Yacht Club Gebäude vom Wasser aus

Ein toller Tag
Unser Boot

Auf dem Wasser

Wir verlassen Marblehead...

Nachher chillen wir noch ein wenig und genießen den phantastischen Ausblick bevor es wieder nach Boston geht.

In der Ferne ist Boston zu erkennen..


Der Rückweg führt durch die amerikanische Suburbia..
DAS kann ich nur bestätigen!!!!!! :-)

Fast wieder zurück in Boston..
Am Montag, den 28. Mai ist dann der eigentliche Memorial Day und zu Ehren der Verstorben wird (selbstverständlich) alles mit dem Star-spangled Banner geschmückt.

Brookline's Straßen

Brookline's Straßen II

Auch die Harvard Medical School hat zusätzliche Fahnen gehisst.
Ich treffe mich am Nachmittag mit Annan, der chinesischen Postdoc aus meinem Lab, da wir uns beim Segeln angemeldet haben und nun gemeinsam den Unterricht besuchen und Segeln lernen. Dies machen wir übrigens auf dem Charles River, mitten in der Stadt mit einem unglaublichen Blick auf die Skyline.. Unglaublich entspannend und schön.. 

Das Charles River Basin

Das ist eines der größeren Boote, wir lernen aber mit den Mercury Booten, welche im Hintergrund zu sehen sind.

Das Dock unseres Segelvereins

Community Boating lebt von den Spenden der wohlhabenderen Mitglieder. Damit werden auch die Mitgliedbeiträge andere Mitglieder bezahlt, damit wirklich jeder, der Segeln möchte, dazu die Gelegenheit hat.

Das sind die Mercurys

Man muss immer genau auf die Anweisungen aus dem Dock House achten..

Man kann bei uns auch Surfen lernen

 Der Segelunterricht...

... findet sowohl zu Wasser als auch zu Lande statt und besteht aus theoretischen Stunden und Praxis.
Am Dock mit der Skyline im Hintergrund

Annan vor der Longfellow-Bridge

Zum Sonnenuntergang müssen alle Boote wieder angedockt sein.

Sonnenuntergang über dem Charles River Basin. Der Fluss wird hier vor seiner Mündung in den Atlantik gestaut.

Leider habe ich mittlerweile auch schon als Patient Bekanntschaft mit amerikanischen Krankenhäusern machen können: Bei der Arbeit mit Trizol, einer Substanz, die Zellen lysiert und RNAsen inaktiviert, spritzt ein Tropfen aus dem Gefäß in mein Auge. Da Trizol schwere Verätzungen verursachen kann, werde ich vom Hochschularzt direkt in die Massachusetts Eye and Ear Infirmary gebracht. Zum Glück haben wir mein Auge schon im Lab lange und gründlich gewaschen. Mein Auge hat an einer Stelle eine kleine Korrosion, ich muss alle 2 Stunden mehrere Salben und Tropfen in mein Auge geben und eine Woche später zur Nachkontrolle kommen.. Zum Glück ist alles vollständig verheilt..

Bei der Anmeldung bekommen auch die ambulanten Patienten direkt ein Armband mit den wichtigsten Daten.

Alle Patienten werden zunächst von einer Krankenschwester triagiert.


Beim Augenarzt...

Das Safety Sheet von Trizol..

Das Krankenhaus bietet Valet Parking für die Patienten an. Eigentlich eine Super-Idee, auch für das Klinikum.. :-)


Sonntag, 22. Juli 2012

Visions of America


 Diesen Blogeintrag beginne ich mal mit Bildern von dem Ort, an dem ich den Hauptteil meiner Zeit verbringe, meiner Arbeitsstätte. Diese Bilder sind aber einfach lange nicht so interessant wie die anderen Bilder, deswegen gibt es auch nur Impressionen von verschiedenen Lunch Breaks ;-)
  
Lunch Break in der Sonne, um den Hals habe ich meine diversen ID Badges, die wir immer tragen müssen.
 
Lab Managerin Xiaoxu und Bio Postdoc Annan


Es gibt viele Möglichkeiten, an sein Mittagessen zu kommen, hier z.B. aus einem Lunch Truck der direkt hinter unserem Gebäude steht.

Manche Dinge haben einfach eigentümliche (und fast ein wenig beängstigende) Farben
 Mittlerweile bin ich den Longwood Toastmasters, einer Lokalgruppe der International Toastmasters, beigetreten. Hier treffen sich alle zwei Wochen Menschen, die Spaß daran haben, Reden zu halten und dies zu üben. Die Treffen sind zweigeteilt: zum einen erhält immer einer die Möglichkeit, eine vorbereitete Rede zu halten, die dann von den anderen beurteilt wird. Der größere Teil ist allerdings der "freie, spontane" Teil: Man kommt nach vorne, zieht eine Karteikarte mit einem Thema und muss (darf) dann 2-4 Minuten reden. Dabei gibt es zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel, dass man das "Wort des Tages" möglichst oft einbauen muss. Außerdem sitzen im Publikum Menschen mit verschiedenen "Jobs": einer zählt die äähs und ähms, einer achtet auf die Grammatik und Aussprache, einer auf die Mimik und Gestik, etc... Das hört sich jetzt viel härter an als es ist, denn in erster Linie macht es einfach riesigen Spaß, weil vor allem die Spontan-Reden meistens sehr witzig sind..

Marie Cheyne beim Toastmaster-Meeting. Sie war 2010 Toastmaster-Weltmeister,

Im Sommer ist das Boston Symphony Orchestra in Tanglewood, im Westen von Massachusetts. In der Zeit spielt das Boston Pops Orchestra in der Symphony Hall. Sie spielen eher moderen Stücke. Das Programm in dieser Saison steht unter dem Motto "Visions of America" und ich war im Konzert "City of Champions", einem Konzert zu Ehren der vier wichtigsten Sport-Teams von Boston, die allesamt schon häufiger die jeweiligen Meisterschaften gewinnen konnten: Boston Red Sox (Baseball), Boston Celtics (Basketball), New England Patriots (Football) und Boston Bruins (Eishockey). Es war echt klasse, die Lieder die man sonst auf dem Baseball-Feld singt (vielmehr grölt) nun von einem Streichorchester zu hören, habe mir auch gleich die CD gekauft ;-)


Diese Plakate machen in der ganzen Stadt Werbung für die Konzerte.

Wie bei einem echten Baseball-Spiel gibt es "peanuts and cracker jacks". Das hat die ehrwürdeige Symphony Hall wohl noch nicht gesehen.

Auch drinnen sieht es anders aus als sonst, Lichtanlagen produzieren das Motto der "Visions of America" an die Wände.

Überall die amerikanische Fahne..

Auch die griechischen Statuen, welche sonst den Klängen des Symphony Orchestras lauschen, werden amerikanisiert.

Dementsprechend beginnt das Konzert auch mit dem gemeinsamen Singen des "Star-Spangled Banner", ALLE Konzertbesucher stehen natürlich und die meisten fassen sich an die Brust.

Hinter dem Orchester ist eine riesige Leinwand aufgebaut, die Ausschnitte aus den verschiedenen Sportarten abgestimmt zur gespielten Musik zeigt.







Der Dirigent der Boston Pops, Keith Lockhart, führt durchs Programm.

Der ehemalige Bostoner Football-Profi Andre Tippett, der auch in die Football Hall of Fame aufgenommen wurde, erzählt die Lebensgeschichte eines Footballs, der wegen seiner nicht-runden Form zunächst von den anderen Bällen ausgelacht wird, aber zuletzt sein Bestes gibt, um die Patriots zum Superbowl zu führen. Das Orchester untermalt diese Geschichte klangvoll.

Auf der Parkettebene gibt es sogar Catering bei diesem Event.

Auch die Celtics werden geehrt.

Ebenso die Red Sox und..

..insbesondere der Fenway Park, in dem die Red Sox seit 1912 spielen.

Es werden sowohl alte..

....als auch aktuelle Bilder gezeigt.

Der Höhepunkt als Tenley Albright dirigieren darf. Sie hat 1956 die olympische Goldmedaille im Eiskunstlauf als erste amerikanische Frau gewonnen, danach die Harvard Medical School besucht und bis zu ihrer Pensionierung als Chirurgin gearbeitet. Und ihr größter Wunsch war es, einmal das Boston Pops Orchestra dirigieren zu dürfen.