Samstag, 10. März 2012

Das Generalkonsulat - Wartestress pur aber ansonsten recht unspektakulär...

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen meines Besuchs beim Generalkonsulat in Frankfurt. Prinzipiell gibt es drei mögliche Orte, um das Visum zu bekommen: das Generalkonsulat in Frankfurt am Main, das Generalkonsulat in München und natürlich die Botschaft in Berlin. Da man auf der Homepage der US Embassy die aktuellen Wartezeiten für Termine und Bearbeitung der Unterlagen nachlesen kann und diese zum Teil deutlich differieren, entschied ich mich dafür, zum Generalkonsulat in Frankfurt zu fahren. Also machten wir uns um 5 Uhr auf den Weg. In Frankfurt angekommen hieß es erstmal Anstellen in einer Warteschlange. Zeit genug, um die Leute vor und hinter einem kennen zu lernen. Eine bunte Mischung aus Studenten, Praktikanten, Geschäftsreisenden, Forschern sowie Touristen (ohne deutsche Staatsangehörigkeit) schob sich im Schneckentempo durch die Kälte von Frankfurt. Vor allem aber auch Zeit genug, um andere Leute zu beobachten: Leute, die keinen Termin ausgemacht hatten, Leute, die nicht die erforderlichen Unterlagen dabei hatten, Leute, die nicht sämtliche Gebühren (SEVIS 180$ und Visa-Beantragung 112€) bezahlt hatten und tatsächlich auch Leute, die ohne Reisepass ein Visum beantragen wollen (???) sowie US Citizens, die zu wenig Englisch verstehen um zu begreifen, dass sie sich nicht hier mit uns Non-Immigration-Applikanten in eine Schlange stellen müssen...
Schließlich war es soweit: am Schalter nachweisen, dass ich alles dabei und auch vorher brav bezahlt hatte und ich hatte meine "Nummer zum Glück": T086. 

 
Mit der konnte ich mich dann gleich in die nächste Warteschlange stellen, um durch den Security Check zu dürfen. Dies war sozusagen ein Upgrading, denn es waren Heizlampen aufgestellt, an denen wir uns wärmen konnten. Zwischendurch wurden wir mehrfach gefragt, ob wir nichts Verbotenes dabei hätten: Handys und alle anderen elektronischen Geräte, USB-Sticks und andere Speichermedien, Waffen und Regenschirme. Ich hatte die Bestimmungen vorher gelesen und musste mir keine Sorgen machen... dachte ich zumindest... Denn als ich selber durch den Scanner durch war, wurde von einem Officer laut gefragt: "Wer ist hier aus Aachen?" Tja, an die kleine Leuchte am Schlüssel, hatte ich natürlich nicht gedacht und da ich meine wichtigen Dokumente selbstverständlich in meiner Aachen-Tasche hatte, konnte ich schnell identifiziert werden. War aber nicht schlimm, der Schlüssel wurde für mich aufbewahrt und ich konnte ihn beim Verlassen des Konsulats wieder in Empfang nehmen. Dafür freuten sich die Officer umsomehr darüber, dass ich meine USA-Socken angezogen hatte ;-)

Und dann war ich endlich drinnen und warm.. Nicht ganz... Man musste erstmal in ein anderes Gebäude rüber und da wiederum zeigen, dass man alles dabei hatte. Dann durfte man in eine große Halle (bis zu 299 Menschen können hier abgefertigt werden) mit 25 Schaltern hintern denen durch dickes Panzerglas geschützt die Officer saßen. Und dann... durfte man erstmal wieder warten.. 
Dann durfte ich zum Officer hinter Schalter 2, um meinen Pass, mein DS 2019, die Bestätigung des DS 160, die Nachweise, das ich sämtliche Gebühren bezahlt hatte sowie den an mich addressierten und frankierten DinA5-Briefumschlag und Abdrücke aller zehn Finger abzugeben. Und dann... richtig, wieder warten...

Schließlich war es endlich soweit: T086 durfte zum Officer hinter Schalter 15 für das Interview. Dies verdient seinen Namen nicht wirklich.. Es wurden vier Fragen gestellt: Sind sie Dr. Röth? (Ich musste mich allerdings auch zusätzlich durch Fingerabdruck identifizieren..) Was machen Sie in den USA? Wer bezahlt? Waren Sie schon in den USA? Nach noch nicht mal einer Minute war das Interview vorbei und der Officer sagte mir, dass ich das Visum bekäme und es mir demnächst mit der Post zugestellt werden würde... Sämtliche Dinge, die man unbedingt mitbringen musste, wie Kundenfinanzstatus durch meine Bank, alle Zeugnisse, meine letzten drei Gehaltsabrechnungen, ein Brief von meinem Chef, dass er mich zurück erwartet, Kinderausweise mit meinen ersten USA-Visas hatte ich umsonst dabei... Naja, umso besser!!!! Um 9.30 Uhr war ich also schon wieder draußen.. Prima!!

So blieb auch mehr Zeit für den ersten Teil meiner "Abschiedstour", bei der es zu meiner 91-jährigen Oma nach Heidelberg ging, wo ich mich auch schon von meiner Tante, Marianne, sowie Cousine Judith mit ihren Mann Gerhardt und den Kindern Ronja und Luise verabschieden konnte. 


Meine Oma und ich

Omas Wohnzimmmer



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen